NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS SED NOMINI TUO DA GLORIAM

Nikolauskonvent im Kloster Roggenburg

Dezember 2012

Nikolauskonvent im Kloster Roggenburg

Zu den mittlerweile traditionsreichen Veranstaltungen der Komturei Süd gehört der alljährliche zweitägige Nikolauskonvent, der auch in diesem Jahr wieder im Kloster Roggenburg stattfand. Der offene Konvent mit Familien und Gästen begann mit einem festlichen Abendessen an dessen Anschluss die Teilnehmer Besuch vom Nikolaus erhielten. Der Ordensmeister Dr. Reinhard Steinmann war einmal mehr in die Rolle des Bischofs von Myra geschlüpft und resümierte unter dem Motto: Nikolaus statt Weihnachtsmann, Mitra und Bischofsstab statt Pudelmütze und Rentierschlitten mit seinen kritischen Worten in Versform bildhaft die größeren und kleineren Vorkommnisse aus dem Geschehen der Ordensgemeinschaft und des politischen Umfeldes des Jahres 2012. Den „braven“ Ordensbrüdern überließ der Nikolaus noch ein kleines Geschenk als Erinnerung an den Abend.

Nikolauskonvent im Kloster Roggenburg

Nach dem gemeinsamen Frühstück begann der 2. Tag der adventlichen Einkehr mit einem Vortrag des Ordensbruders Pater Gilbert zum Thema „Der hl. Augustinus (354-430) und seine Bedeutung für die Kirche“. Die Person des Kirchenvaters Augustinus und seine Schriften scheinen trotz einer schon mehr als anderthalb Jahrtausende anhaltenden Wirkungsgeschichte an Aktualität nichts eingebüßt zu haben. Worüber dachte, redete und schrieb er? Wodurch und womit faszinierte er seine Zeitgenossen, prägte er seine Umgebung und warum wirkte er so mächtig in die Geschichte hinein, dass wir bis in die Gegenwart noch an seinen Schriften interessiert sind? „Augustinus Leben war turbulent: Exzesse, geistige Erschütterungen, Depressionen, Irrungen, ohne Frieden, ein gequältes Leben für eine Karriere, krankhafte Selbstzerstörung. Er ist sich selbst zum Rätsel geworden -sagt er. "Weggehen von Gott heißt sterben" - so drückt Augustinus die Entfremdung des Menschen ohne Gott aus. Die Lebensentscheidung für Gott schiebt Augustinus ständig vor sich her. Er ist ein Gefangener seiner Selbstbehauptung und seines Gotteskomplexes. Auferstehung erlebt Augustinus in seiner Bekehrung - die nicht in einem Augenblick geschieht, sondern ein langer schmerzlicher Prozess der Heimkehr ist. Er beschreibt im Buch der Bekenntnisse diesen Durchbruch zu Gott als tiefen Frieden, als Glück der Befreiung und mit dem Jubel der Erlösung.“ Die Bedeutung des Heiligen, der zu Lebzeiten schon einen Verlag unterhielt, was zur Verbreitung seiner Texte nicht unwesentlich beigetragen haben dürfte, damals und heute beantwortete und beleuchtete der Referent sehr eindrücklich.

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Gäste, Familienmitglieder und Ordensbrüder in den ehrwürdigen Gemäuern des Kloster Roggenburg am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria einen festlichen Gottesdienst feiern und den Tag beschließen.

Einkehrtage in der Abtei Maria Laach

November 2012

Norbert Hüsson

Schon zum vierten Mal waren die Tempelritter und einige Gäste zu einem Einkehrwochenende in der Benediktiner-Abtei Maria Laach. In der ganz besonderen Atmosphäre dieser Klosteranlage in der Eifel standen Ruhe, Gebet und das Thema Lebensrecht im Vordergrund des Treffens. Ordensmeister Dr. Reinhard Steinmann schilderte detailliert, wie sehr die neuen gesetzlichen Regeln zur Präimplantationsdiagnostik (PID) einen erneuten Dammbruch beim Schutz des Lebens bedeuten. Was zunächst als eine Ausnahmeregelung verkauft werde, sei später nicht mehr zu kontrollieren.

Aus Düsseldorf war der Vorsitzende des Fördervereins des Kinderhospizes Regenbogenland, Norbert Hüsson, angereist und berichtete von der ergreifenden Arbeit der Einrichtung mit todkranken Kindern. Das Kinderhospiz ist ein Haus für Kinder, die wegen einer unheilbaren Erkrankung oder einer schweren Behinderung nur eine eingeschränkte Lebenserwartung haben. Es ist ein Ort, an dem das Leben und die Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. Es ist eine Einrichtung, die den Familien dabei helfen will, die ihnen noch verbleibende Zeit gemeinsam mit ihrem Kind möglichst erfüllt und positiv zu gestalten. Trauer und Sterben in unserer Gesellschaft wird an diesem Ort ein Raum gegeben.

Maria Laach Klosterkirche

Den Abschluss bildete ein sehr persönlicher Vortrag des Gründers der 1000-Kreuze-Aktion, Thomas Schührer. Die 1000-Kreuze Aktion und die Embryonenoffensive sollen aus seiner persönlichen Sicht dazu beitragen, auf breiter Front den Respekt vor dem ungeborenen Menschen zu fördern. Frauen sollen Mut bekommen, ihr Kind auszutragen, auch in schwierigen Situationen. Für seine aktive Lebensrechtsarbeit spielt die Bedeutung der Nähe zu Gott eine entscheidende Rolle.

Ganz besonders waren erneut die gemeinsamen Gottesdienste der Benediktinermönche und der Tempelritter mit vielen anderen Gläubigen. „Zur täglichen Liturgiefeier gehört der Gesang der Psalmen, Responsorien und Hymnen, die Lesung der Heiligen Schrift und der Kirchenväter in den einzelnen Horen des Stundengebets, vor allem aber die gregorianischen Gesänge der Eucharistiefeier, die vor 900 Jahren kaum anders geklungen haben als heute.“ Maria Laach ist ein Ort, an dem jeder Gott finden kann, der sich auf ihn einlässt.

Generalkapitel im Kloster Roggenburg

September 2012

Generalkapitel im Kloster Roggenburg

Der OMCT Tempelritterorden e.V. hat einen neuen Ordensmeister. Auf ihrem Generalkapitel vom 14. bis 16. September wählten die Ordensbrüder einstimmig Dr. Reinhard Steinmann für die nächsten fünf Jahre zu ihrem Frontmann. Einstimmig war auch das Ergebnis für Gerhard Nübling, der im Amt des Ordenskanzlers bestätigt wurde.

Alljährlich kommen die Rechtsritter des ökumenischen Laienordens zu ihrer Vollversammlung in der Prämonstratenser-Abtei Roggenburg zusammen. Der scheidende langjährige Ordensmeister Freiherr von Rothkirch und Panthen und Ordenskanzler Gerhard Nübling hatten in ihren Berichten eine beeindruckende Leistungsbilanz präsentiert. Der OMCT ist heute bestens aufgestellt, hat eine für Templerorden ungewöhnlich junge Ritterschar, regelmäßige attraktive Veranstaltungen und ist in sozialen Netzwerken im Internet aktiv.

Weiterer Höhepunkt des Treffens war die Aufnahme von Christian Sitter, der in einem festlichen Gottesdienst zum Rechtsritter erhoben wurde. Ausführlich diskutierten die Ordensbrüder über ihr Verhältnis zum Islam – ein Thema, das an Aktualität und Bedeutung kaum zu übertreffen war. Mit der Erklärung „Christentum und Islam – Für ein Miteinander in gegenseitiger Achtung – Für ein Wiedererstarken des Christentums“ verabschiedeten die Tempelritter eine ausführliche Erklärung zu diesem Thema.

Den Abschluss des dreitägigen Treffens bildete ein Vortrag des Obr. Klaus Kelle zum Thema „Die vierte Gewalt – wie viel Macht haben die Medien?“ Kelle, seit fast 30 Jahren Journalist, entwickelte seine Thesen auf der Basis zahlreicher Erlebnisse und Erfahrungen aus seiner alltäglichen Berufspraxis. Seine Kernthese: Die Macht der Medien wird überschätzt. Zwar können Sie Themen und Meinungen in der Öffentlichkeit verstärken, doch gelingt es ihnen regelmäßig nicht, gegen bestehende Haltungen in der Bevölkerung Wirkung zu erzielen.

Konvent der Komturei Deutschland Mitte im Kloster Dernbach

Juni 2012

Die Glaubensbrüder beim Konvent im Kloster Dernbach

Zum gut besuchten Konvent im Juni erfreuten sich die Ordensbrüder der Komturei Mitte erneut der wunderbaren Gastfreundschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi im Kloster Dernbach.  Neben einem Bericht des Ordenskanzlers Gerhard Nübling über aktuelle Entwicklungen im deutschen Tempelritterorden, stand das Thema Islam im Mittelpunkt des brüderlichen Treffens. Gefragt ist eine Standortbestimmung des OMCT, die auf dem Generalkapitel im September 2012 im Kloster Roggenburg diskutiert und beschlossen werden soll. Der Islam ist nach wie vor ein sehr umstrittenes Thema in der deutschen Öffentlichkeit. Knapp 4 Mio. Muslime der ca. 1,4 Milliarden Muslime leben in Deutschland und beten in rund 2.000 Moscheen. Furcht und Unsicherheit der Bevölkerung sind ein Ausdruck der realen Bedrohung extremistischer fundamentaler Terroristen, die seit den Massenmorden vom 11. September 2001 sich dabei auf den Islam berufen. In einer lebhaften Diskussion verständigten sich die Ordensbrüder auf einen gemeinsamen Antrag, der sowohl die klare Ablehnung des politischen und Gewalt legitimierenden Islamismus als auch die Bereitschaft zum friedlichen Miteinander von Christen und Muslimen unter dem Dach unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung zum Ausdruck bringt.

Das Risiko, heute Christ zu sein

März 2012

Frühjahrskovent 2012

Blick ins Plenum

Erstmals wurde der alljährliche Frühjahrskonvent des Tempelritterordens durch die Komturei Mitte ausgerichtet. "Das Risiko, heute Christ zu sein" ist aktueller den je. Schon im Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 ist dort zu lesen: "Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden."

Frühjahrskovent 2012

Mahin Mousapour

Ordensritter und Gäste waren vom 2. bis 4. März in das Hotel Jagdhof im hessischen Großenlüder gekommen, um Vorträge von Dr. Felix Dirsch, der aus dem Iran stammenden Pastorin Mahin Mousapour und dem Buchautor Joachim Feyerabend über unterschiedliche Aspekte der Problematik zu hören und intensiv zu diskutieren. Sie skizzierten nicht nur ein Bild über die Situation in ihrem Herkunftsland (Iran und z.B. die Philippinnen), sondern benannten auch offen die Probleme bei Religionswechsels. Deswegen sei es wichtig den eigenen Glauben und den Islam zu verstehen und nicht darum zu streiten, welche Religion die Überlegenere sei. Das Wort vom Kreuz im Umfeld des Islams rufe daher mehr denn je nach einer dienenden Kirche, die bereit ist, Christus nicht durch unchristliche Argumentationsweisen zu leugnen.

Mit einer Brüderlichen Einstimmung auf das Thema hatte der Konvent am Freitagabend in der Heilig-Kreuz-Kapelle begonnen. Christliche Betrachtungen, persönliche Zeugnisse, Orgelmusik und Gesang bildeten einen großartigen Einstieg in das insgesamt gelungene Wochenende. Eine Dokumentation der Reden folgt in der Ordenszeitschrift Das NEUE NON NOBIS Jahrgang 4, Juni 2012, Heft 7.

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