Burg

Historie

Man weiß nicht genau, wann sich acht Kreuzfahrer zu der Ordens-Gemeinschaft zusammenschlossen, die später als Templerorden zu weltweiter Berühmtheit kommen sollte. Den meisten Quellen zufolge wurde die Gesellschaft unter dem Namen die “Armen Ritter Christi” im Jahr 1118 oder 1119 gegründet.

Belegt ist, dass der Ordensgründer und erste Großmeister auf jeden Fall ein französischer Ritter und Graf, Hugues de Payens war. Er wurde 1080 in der Champagne geboren, und bereits als junger Mann nahm er in Begleitung von Geoffroy de Bouillons am ersten Kreuzzug teil. Der zweite Ritter, Geoffroy de Saint-Omer, stammte aus flämischem Adel, der dritte Ritter war André de Montbart, ebenfalls Angehöriger des flämischen Adels, sein Onkel war der hl. Bernhard von Clairvaux. Auch der vierte und fünfte Ritter kam aus dem flämischen Adel, von den restlichen kennt man nur die Namen, Rosal, Gedefroy und Bisol.

König Balduin II, damaliger König des Königreichs Jerusalem, und der Patriarch von Jerusalem nahmen sich ihrer an und der König überließ ihnen einen Teil, der auf den Ruinen des salomonischen Tempels errichteten El-Aqsa-Moschee, als Bleibe.

Philipp der Schöne

Zeitgenössische Darstellung


Philipp der Schöne, zeitgenössische Darstellung

Gegründet wurde der Orden zum Schutz von christlichen Pilgern im Heiligen Land. Bis zu seiner offiziellen Etablierung widmeten sich die Ritter allein dieser Aufgaben.

Was zwischen Gründung und Anerkennung durch die Kirche im Einzelnen geschah, ist kaum durch Dokumente überliefert. Im Grunde ist aber die Frage auch weniger wichtig, denn echte Bedeutung erhielt der Orden erst mit dem Eintritt des Grafen Hugues de Payens im Jahre 1126.

Im Zusammenhang mit der offiziellen Gründung des Templerordens hat sich der Zisterziensermönch Bernhard von Clairvaux besonders verdient gemacht. Die Zisterzienser wurden 1098 durch Robert von Molesme in Citeaux gegründet und wurden dank Bernhard stärkster Reformorden der Benediktiner. Er war es, der allein 68 neue Klöster gründete. Als Prediger berühmt war er auch einer der einflussreichsten Personen des Mittelalters. So predigte er leidenschaftlich für den zweiten Kreuzzug. Er hieß den Krieg im Namen Gottes für gerechtfertigt und bezeichnete die Kreuzfahrer und Ritterorden als Verteidiger des Glaubens.

König Balduin II erkannte seinen Einfluss innerhalb der Kirche und bat ihn in einem Schreiben, sich für die Approbation der Templer beim Heiligen Stuhl einzusetzen.

Auf der Synode von Troyes im Jahre 1128 oder 1129, die Bernhard einberief, erhielten die Templer unter Anteilnahme von Papst Honorius II in Anwesenheit des Patriarchen von Jerusalem, weiteren zwölf Bischöfen, vier Benediktineräbten und weiteren Prälaten, den erbetenen Mönchstatus, damit verbunden war auch eine Verfassung - Mönchsregel - , wo nach sie offiziell etabliert waren.

Diese Templerregel, das zentrale Gründungsdokument des Ordens, bestand aus zwei Teilen, nämlich für das mönchische Zusammenleben, ähnlich der der Zisterzienser, und eine Verfassung für den Waffendienst, die auf praktischen Überlegungen und einem typisch ritterlichen Ehrenkodex beruhte.

Im Laufe der Zeit wurden diese Statuten immer wieder überarbeitet, aber der Grundgedanke blieb bis in die heutige Zeit erhalten. So bestimmt unsere heutige Ordensregel unter Titel 3 beispielsweise:

„Der Orden bekennt sich zu den aus den Erkenntnissen und Taten der gläubigen Christen während ihrer zweitausendjährigen Geschichte hervor gegangenen Werte und ist davon überzeugt, dass für deren Erhaltung die kämpferische Hingabe des ganzen Menschen notwendig ist.“

Ab dem Jahr 1129 stand der Orden also unter dem besonderen Schutz der Kirche. Zum ersten Mal wurden damit soldatische Vorstellungen und Traditionen für einen Mönchsorden bestätigt.

Vor dem Konzil von Troyes trugen die Templer ihre gewöhnliche, weltliche Kleidung. Ernst nach der Ordensreform wurde der weiße Habit, wie ihn die Cluniazinser oder Zisterziensermönche trugen, eingeführt. In der damaligen Ordenregel heißt es dazu:

„Allen Professen geben wir …weiße Gewänder, auf dass jene, die ein Leben in Dunkelheit hinter sich gelassen haben, erkennen, dass ihre Pflicht darin besteht, dem Schöpfer ihre Seelen durch ein reines und weißes Leben zu empfehlen.“

Das typische Templerkreuz, oder Tatzenkreuz, ist rot auf weißem Grund. Ein Attribut, das erst von Papst Eugen III. im Jahr 1147 hinzugefügt wurde. Rot als Symbol des Blutes, das von diesen Rittern ohne Zögern bei der Verteidigung des Heiligen Landes vergossen wurde, und Weiß für die makellose Ehre, da sie als Mönche im Dienste Gottes lebten.

Für diese Form des Kreuzes gibt es verschiedene Thesen:

  1. Die geschweiften Arme des Kreuzes verbreitern sich nach dem Rande zu. Das Kreuz sollte nach den Gründervätern die Verbindung zwischen der mentalen Macht des Kreuzes Jesus und der weltlichen Kraft, sinnbildlich dargestellt durch die Tatzen eines Löwen, die den Mut der kämpfenden Tempelritter symbolisierten, aufzeigen.
  2. Eine weitere Deutung besagt, dass das Kreuz die gekreuzten Trompeten von Jericho bedeutet, die alle Mauern und Hindernisse brechen können.

Der Wahlspruch der Templer lautet bis heute:

NON NOBIS DOMINE; NON NOBIS; SED NOMINI; TUO DA GLORIAM

übersetzt:

Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre.

Dies ist der Anfang von Psalm 115 und dem Vers 1

Das Banner der Templer bestand aus einem Wimpel mit schwarzen und weißen Streifenfeldern, weiß – weil sie der Christen Freunde und schwarz – weil sie der Schrecken ihrer Feinde sein wollten.

Der Schlachtruf der Templer lautete „Au Beauseant“. Dieser Ausdruck stammt vermutlich vom lateinischen posco / poscere – zum Kampf herausfordern, ab.

Das Templersiegel schließlich zeigt zwei Ritter auf einem einzigen Pferd reitend. Die Bedeutung von zwei Rittern auf einem Pferd soll heißen, ein Ritter hilft einem Bruder auch dann im Gefecht, wenn diesem das Pferd verlustig geht. Es kann aber auch heißen, ein Ritter hilft auch jedem Pilger aus seiner Not, indem er ihn auf seinem Pferd mitnimmt.

Der Aufstieg dieses neuen Ordens im 12. Jahrhundert vollzog sich mit atemberaubender Geschwindigkeit. Gegen Mitte dieses Jahrhunderts war der Orden bereits eine der mächtigsten und reichsten Institutionen der Christenheit geworden. Papst Innozenz II. hat in der Bulle „Omne datum Optimum“ den Grundstein dafür bereitet. So

Clemens V bei der Befragung der Templer

Zeitgenössische Darstellung


Clemens V bei der Befragung der Templer,
zeitgenössische Darstellung
  • waren die Templer nur dem Heiligen Stuhl Rechenschaft schuldig,
  • erforderte die Wahl des Großmeisters keine Bestätigung einer anderen Instanz,
  • war die Änderung der Statuten alleinige Angelegenheit des Generalkapitels der Templer,
  • erhielten die Templer eigene Kirchen und Friedhöfe,
  • durfte der Orden seine Seelsorger selbst aussuchen und bestellen,
  • waren diese Kapläne nicht dem zuständigen Bischof, sondern allein dem Großmeister unterstellt,
  • zahlten die Templer keinen Kirchenzehnten, sie durften diesen selbst erheben, auch Beute aus den Kriegszügen gegen die Sarazenen durften sie selbst nach Gutdünken verwenden.

Papst Alexander III. bestimmte, dass die Templer und all ihre Besitztümer nur dem Papst unterstanden. Kein weltlicher Herrscher sollte von den Templern Lehnstreue fordern dürfen.

Diese Rechte und Privilegien verliehen dem Orden eine für seine Zeit nie zuvor gekannte Selbständigkeit und Macht.

Das enge Netz von Komtureien, vor allem in Italien, Frankreich, Spanien bis Portugal und im Osten bis zur Elbe und im Norden in England führte auch dazu, dass der Handel in jener Zeit durch die Templer beeinflusst und wesentlich gefördert wurde.

Die Templer kamen auch in den Genuss einer Vielzahl von Schenkungen, die den Orden im 13. Jahrhundert zu einem der reichsten Institutionen machte. In dieser Tatsache liegt vermutlich auch die Wurzel für seine spätere Vernichtung.

Nach dem Scheitern des letzten Kreuzzuges und dem Fall der Hafenstadt Akko im Jahre 1291 wurde Zypern zum neuen Templerdomizil unter dem damaligen Großmeister Jacques de Molay. Von dort aus warben sie nochmals um die Durchführung eines achten Kreuzzuges, fanden dafür aber keine Unterstützer, denn die Zeit der Kreuzzüge war vorbei.

Damit stellte sich die Frage nach den künftigen Aufgaben des Templerordens. Am Ende des 13. Jahrhunderts wurde deshalb immer wieder überlegt, ob man die Templer mit den Johannitern vereinigen könnte. Auf Anfrage des frisch gewählten Papstes Clemens V., der zu damaliger Zeit in Avignon residierte und nur mit Hilfe des französischen Königs Philipp der Schöne zur Papstwürde kam, lehnte der Großmeister dieses Ansinnen aber mehrfach ab.

Das Unheil nahm nun seinen Lauf, begünstigt durch die Ablehnung des Wunsches des französischen Königs, in den Templerordens aufgenommen zu werden. Der König, tief gekränkt, sann auf Rache.

Damit sollten auch seine Begehrlichkeiten geweckt werden, sich des gewaltigen Vermögens der Templer zu bemächtigen.

Die Hauptakteure der Intrigen, die schließlich zur Auflösung des Ordens durch den schwachen Papst Clemens V. führten, waren neben seiner Heiligkeit und dem französischen König auch dessen Berater und Finanzminister Guillaume de Nogaret. Gemeinsam verstanden sie es, den Großmeister Jacques de Molay aus seinem sicheren Domizil auf Zypern nach Paris, in den dortigen Tempelbezirk und damit in die Falle zu locken.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober 1307 ließ Philipp seinen lange vorbereiteten Schlag gegen die Templer ausführen. In den frühen Morgenstunden dieses Freitags – man spricht bis heute vom „schwarzen Freitag“ – wurden alle Templer, derer man habhaft werden konnte, verhaftet und eingekerkert.

Dieses Vorgehen war in höchstem Maße widerrechtlich, waren die Templer doch allein dem Papst unterstellt. Möglicherweise ist dies auch der Grund dafür, dass sie sich gegen ihre Verhaftung nicht zur Wehr setzten, waren sie doch hoch gerüstet und den örtlichen Polizeikräften weit überlegen. Die Würdenträger des Ordens, an der Spitze der Großmeister, wurden in strenge Einzelhaft genommen und im Tempel von Paris verhört und unter der Folter zu Geständnissen gezwungen.

Soweit landesweit solche „Geständnisse“ erpresst werden konnten, wurde den Brüdern das Leben geschenkt, ihr Vermögen allerdings eingezogen und sie selbst für den Rest ihres Lebens verbannt.

Blieben sie trotz Folter standfest, dann ließen sie ihr Leben entweder bei der Folter, oder, wenn sie nach der peinlichen Befragung später widerriefen, endete ihr Leben auf dem Scheiterhaufen.

Zur Zeit der Verhaftung der Templer residierte Clemens V in Poitiers. Philipp hatte den Papst über sein Vorgehen nicht informiert, dieser erfuhr davon erst später. Zunächst protestierte Clemens gegen das Vorgehen des französischen Königs, seinem Protest aber auch kraftvolle Maßnahmen folgen zu lassen, waren ihm nicht möglich. Im Gegenteil, Philipp zwang den Papst, ihn zu unterstützen, was dieser mit seiner am 22. Nov. 1307 verfassten Bulle, nach der alle Templer in Europa zu verhaften seien, auch tat.

Clemens V bei der Befragung der Templer

Zeitgenössische Darstellung


Urkunde von Chinon

Im August 1308 schien eine Wende möglich. In Chinon wurden die obersten Würdenträger der Templer durch den Papst sowie weiterer Bischöfe und Äbte zu den Vorgängen erneut befragt. Nach Geständnissen wurde ihnen die Absolution durch die Kirche erteilt. Dieser Vorgang ist über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten und erst durch eine italienische Historikerin vor wenigen Jahren durch das Auffinden der so genannten „Urkunde von Chinon“ (Foto) wieder entdeckt worden.

Doch die Templer durften nicht in den Schoß ihrer Kirche zurückkehren. Weitere Prozesse gegen Templer wurden geführt. Die Anklage lautete auf Bildung einer Geheimgesellschaft und Pflege esoterischen Gedankenguts.

Am 16. Okt. 1311 fand in Vienne (Stadt an der Rhone) ein Konzil statt, auf dem das Schicksal der Templer beschlossen werden sollte. Aber erst nach Drohung des französischen Königs, Truppen gegen Vienne vorrücken zu lassen, gaben die Kirchenfürsten nach. Sie lösten den Orden auf.

Jacques de Molay wurde im Jahr 1314 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er zuvor sein „Geständnis“ mit folgenden Worten widerrufen hatte. „Auf der Schwelle des Todes gestehe ich, dass ich große Sünde gegen mich und die Meinigen begangen habe, weil ich mich, um mein Leben zu retten und dem Übermaße der Martern zu entgehen, vor allem durch Schmeichelworte des Königs und des Papstes verlockt, gegen meinen Orden erhoben habe. Jetzt aber will ich keine Lüge zu den alten häufen und, indem ich erkläre, dass der Orden stets rechtgläubig und rein von Schandtaten war, verzichte ich freudig auf mein Leben…“. Auf dem Scheiterhaufen verfluchte er Papst, König und dessen Berater Nogaret, indem er weissagte, dass alle drei noch im selben Jahr vor ihrem himmlischen Richter stehen werden.

Und tatsächlich geschah dies, alle drei starben noch im Jahr 1314, durch einen Jagdunfall (König Philipp), durch Krankheit (Clemens V) und durch ein Mordkomplott (Nogaret).

In der heutigen Zeit beschäftigen sich immer noch Zeitgenossen mit der Frage, was aus dem Templerschatz geworden ist, nachdem angeblich wesentliche Teile nicht vom französischen König vereinnahmt werden konnten.

Es gibt dazu reichlich Literatur, Filme und Vermutungen, die die Phantasie der Zeitgenossen einigermaßen strapaziert.

Aber richtig, ist, dass nicht alle Templer ergriffen werden konnten, und ein Teil, vielleicht unter Mitnahme von beweglichen wertvollen Gütern, nach Spanien und Portugal entkam.

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